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Business Intelligence,Fokus Mitarbeiter

Typologie brauchen wir bei uns im Unternehmen nicht! Wirklich nicht??

von
habergibitv / Pixabay

Teil 2

Im ersten Teil habe ich mich mit dem DISG-Modell im Allgemeinen beschäftigt und dargelegt was die einzelnen Farben bzw. Quadranten bedeuten und wofür sie stehen. In dieser Fortsetzung geht es nun darum, was die Ausprägungen der Quadranten bzw. das DISG-Modell für Unternehmen bedeuten und wie das Thema Typologie sinnvoll eingesetzt werden kann.

Aus Unternehmenssicht sollte sich jede Führungskraft Gedanken machen, welchen Menschentypen man auf welcher Stelle haben will bzw. haben sollte. Im ersten Moment ist diese Einteilung nicht einfach, aber die folgenden Beispiele helfen dabei sich diesem Thema anzunähern. So sollte beispielsweise ein Vertriebsmitarbeiter vorzugsweise „rot“ sein, da dieser Quadrant für extravertierte und durchsetzungsstarke Menschen steht, welches Eigenschaften sind, die im Vertrieb von Vorteil sind. Dagegen sollte ein Business Development Manager eher „gelb angehaucht“ sein. Extravertiert ist auch hier eine wichtige Eigenschaft, allerdings ist hier die Menschenorientierung wichtiger als die Aufgabenorientierung, da es hier mehr um Miteinander geht als um Durchsetzungskraft. Dies gilt auch für Projektleiter, wobei für diese ein hoher „grüner“ Anteil von Vorteil ist, da die Kombination aus introvertiert und Menschenorientierung für Kooperation steht. Buchhalter sollten im „blauen“ Quadranten „beheimatet“ sein, da hier der Fokus ganz klar auf Zahlen und Details liegt, also mehr bei den Aufgaben als bei den Gefühlen. Dies in Kombination mit introvertiert steht für korrektes Arbeiten, was gerade in der Buchhaltung extrem wichtig ist.

Es geht hier aber nicht darum, die Stellen im Unternehmen und damit die Mitarbeiter in Schubladen einzuordnen. Mit den obigen Beispielen will ich auch keine Vorurteile aufbauen. Führungskräfte sollten sich überlegen und aus den Quadranten ableiten, welche Eigenschaften für eine Stelle notwendig sind. So sollten z.B. Menschen, die viel telefonieren müssen, extravertiert sein. Dabei ist es zweitrangig, ob diese Personen aufgaben- oder menschenorientiert sind. Aber auch für die Mitarbeiter selbst ist es ratsam, sich damit zu beschäftigen und heraus zu finden, welcher Typ man ist und welche Stellen damit idealerweise ausgeübt werden können bzw. wovon man besser die Finger lassen sollte. Wie im ersten Teil erwähnt, „fällt“ jeder Mensch immer wieder in seinen primären Quadranten zurück, was bedeutet, dass es einem sehr schwer fällt Eigenschaften an den Tag zu legen, die man eigentlich gar nicht hat. Dies kostet sehr viel Überwindung und führt meistens zu schlechten Ergebnissen und Unzufriedenheit, sowohl für den Mitarbeiter als auch für das Unternehmen.

Die Überlegung welche Eigenschaften welche Stellen haben sollten, ist sehr wichtig, aber leider nur ein Aspekt. Die Zusammensetzung der Teams oder Abteilungen darf dabei nicht vergessen werden. Beim alleinigen Blick auf die Farben würde z.B. jedes Vertriebsteam irgendwann nur noch aus „roten“ Mitarbeitern bestehen. Diese würden sich innerhalb des Teams auch sehr gut verstehen, da Menschen aus demselben Quadranten dieselbe Sprache sprechen und ein großes gegenseitiges Verständnis füreinander aufbringen. Menschen bzw. Teams sind aber nicht nur unter sich, sondern haben mit vielen anderen Menschen zu tun. Ein komplett „rotes“ Vertriebsteam würde insgesamt sehr dominant auftreten, was bei „roten“ Kunden u.U. gut funktionieren würde, bei Kunden aus den drei anderen Quadranten aber eher weniger. Ein „grüner“ oder „blauer“ Kunde würde sich sehr schnell „überfahren“ fühlen und wahrscheinlich keinen Abschluss machen. Im ersten Moment steht diese Aussage im Widerspruch zu dem, was ich oben erwähnt habe. Dies ist aber kein Widerspruch, da ein Vertriebsteam nicht nur aus Außendienst-Mitarbeitern besteht. So empfiehlt es sich z.B. die Mitarbeiter im Vertriebs-Innendienst, dem Pre-Sales usw. mit Personen aus den anderen drei Quadranten zu besetzen.

Bei der Kommunikation, Interaktion etc. mit anderen Menschen, Abteilungen, Kunden usw. ist es nämlich sehr wichtig und erfolgsversprechend, wenn man schnell heraus finden kann, welcher Persönlichkeitstyp der Gegenüber ist, was zugegebenermaßen nicht immer leicht ist. Wenn dies aber gelingt, dann kann sich jeder in die andere Person hinein versetzen und die Sprache des anderen sprechen. Menschen wollen so angesprochen werden wie sie selbst auch auftreten. „Rote“ Menschen wollen direkt und ohne Umwege angesprochen werden. Dagegen kommt man bei „gelben“ Menschen mit offenen Fragen und einem ungezwungenen Gespräch ans Ziel. Bei „grünen“ Menschen sollte man immer großes Interesse an der Person bzw. den Aufgaben zeigen und aktiv nachfragen. „Blaue“ Zeitgenossen überzeugt man am besten, wenn man stark auf Details eingeht und ihnen dabei Raum für Sachkenntnis gibt. Wie oben bereits erwähnt, sollte ein Team aus Mitarbeitern aller vier Quadranten bestehen. Studien haben belegt, dass es zwar zwischen den Farben oft Reibereien gibt, das Team insgesamt aber voran bringt, da die einzelnen Menschen im Team lernen, dass andere Menschen anders angesprochen werden wollen. Voraussetzung ist natürlich, dass jeder demgegenüber offen ist und akzeptiert, dass andere Menschen anders sind. Wenn dies beherzigt wird, kommt man mit dem eigenen Anliegen schneller ans Ziel und kann dabei noch vielen Problemen aus dem Weg gehen, die letztendlich oft auf der unterschiedlichen Kommunikation beruhen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Teams und Abteilungen, sondern für alle Aspekte im Leben.

Quellen:

http://www.disg-modell.de

http://www.kdmarketing.de

http://de.wikipedia.org/wiki/DISG

Holger Richter

Über den Autor 

Seit 2004 geschäftsführender Gesellschafter bei der Insight Dimensions GmbH, verantwortlich für Marketing, Vertrieb, Key Account Management und das Projektgeschäft. Davor drei Jahre freiberuflich tätig im Bereich Marketing- & IT-Services und als Business Analyst. Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieur sowie MBA.

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