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Typologie brauchen wir bei uns im Unternehmen nicht! Wirklich nicht?? (Teil 1)

von
Persönlichkeiten

Genau das dachte ich, als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal mit dem Thema Typologie bzw. Persönlichkeitsprofile zu tun hatte. Ich gebe zu, dass ich es zuerst als „psychologischen Schnickschnack“ abgetan habe.
Mittlerweile vertrete ich das Gegenteil und behaupte, dass gerade Unternehmen sich viel mehr mit dem Thema Typologie beschäftigen sollten. Hier geht es nämlich nicht darum, die Mitarbeiter einer Typologie zu „unterziehen“. Das Thema Typologie betrifft alle Menschen, also Mitarbeiter, Führungskräfte, Partner, Kunden, Lieferanten usw.

Was hat mich zu diesem Umdenken bewogen? Ich bin ein sehr direkter Mensch und sage frei heraus was ich denke. Vor ein paar Jahren ist einem Mitarbeiter ein kleiner Fehler unterlaufen, der an sich nicht schlimm war. Im Scherz sagte ich zu diesem Mitarbeiter „was hast Du denn da für einen Schrott gemacht?“, mit dem Ergebnis, dass der Mitarbeiter sich angegriffen fühlte und zu tiefst verunsichert war. Dies ging natürlich nicht spurlos an mir vorüber und als ich mir Rat bei einem befreundeten Unternehmer einholte, fragte mich dieser was für ein Typ der Mitarbeiter sei und ob ich mir mal Gedanken darüber gemacht hätte, dass Menschen unterschiedlich sind und Aussagen anders wahrgenommen werden können, als sie eigentlich gedacht waren.

Das DISG-Modell

Und da war ich auf einmal mitten drin im Thema Typologie. Ich befasste mich intensiver mit diesem Thema und stieß dabei auf das DISG-Modell. Dies ist ein Persönlichkeitsprofil, welches vier unterschiedliche Quadranten bzw. Typen repräsentiert. Die Quadranten basieren auf zwei Achsen: Die x-Achse, also die waagrechte, reflektiert ob ein Mensch introvertiert oder extravertiert ist. Auf der 2. Achse, der y- bzw. senkrechten Achse, wird festgelegt ob ein Mensch rational bzw. aufgabenorientiert oder eher emotional bzw. menschenorientiert ist.

Das folgende Bild stellt das Achsensystem mit seinen Quadranten sehr anschaulich dar:

disg-modell-indim-typologie

Aus der Kombination der beiden Achsen ergeben sich die vier Quadranten, die für die Verhaltens-ausprägungen Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit stehen. Die Anfangsbuchstaben der Ausprägungen haben auch dem DISG-System seinen Namen gegeben.

Die Eigenschaften dieser vier Verhaltensausprägungen sind wie folgt:

  • Extravertiert und rational/aufgabenorientiert: Dominanz (roter Quadrant): steht für direkt und bestimmt. „Rote“ Menschen nehmen Herausforderungen gerne an, lieben schnelle Ergebnisse und treten entschlossen und willensstark auf.
  • Extravertiert und emotional/menschenorientiert: Initiative (gelber Quadrant): steht für optimistisch und aufgeschlossen. Diese Menschen arbeiten gerne in Teams und teilen Ideen mit anderen. Außerdem sind es Persönlichkeiten, die andere anregen und unterhalten.
  • Introvertiert und emotional/menschenorientiert: Stetigkeit (grüner Quadrant): steht für einfühlsam und kooperativ. Stetige Menschen sind sehr hilfsbereit und wirken lieber im Hintergrund. Ihre Persönlichkeit und Arbeitsweise ist gleichmäßig und kalkulierbar.
  • Introvertiert und rational/aufgabenorientiert: Gewissenhaftigkeit (blauer Quadrant): steht für bedacht und korrekt. „G“s zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen hohen Qualitätsanspruch haben. Sie handeln vorausplanend, systematisch und legen großen Wert auf Genauigkeit.

Ich habe natürlich sofort versucht mich selber einzuschätzen und herauszufinden, welcher Persönlichkeitstyp ich bin. Dies ist mir aber nicht so leicht gefallen, wie ich im ersten Moment gedacht hatte. Ich erkannte mich irgendwie in allen vier Quadranten. Aber nach weiteren Nachforschungen stellte ich fest, dass dies sogar stimmt. Denn kein Mensch repräsentiert nur eine Verhaltensausprägung, sondern in jedem von uns sind alle vier Quadranten zu finden. Allerdings sind diese unterschiedlich ausgeprägt, d.h. es gibt einen primären und drei untergeordnete Quadranten. Dabei reflektiert der primäre Quadrant die Persönlichkeit, als die man generell auftritt und als die man hauptsächlich wahrgenommen wird. Wie ich eingangs bereits erwähnte, bin ich ein sehr direkter Mensch, der zudem das sagt was er denkt, wodurch der rote Quadrant meine primäre Ausprägung ist. Diese primäre Verhaltensausprägung ist auch das, wonach jeder Mensch letztendlich immer wieder handelt oder einfacher gesagt wohin jeder immer wieder „zurück fällt“. Die anderen drei untergeordneten Quadranten spielen v.a. dann eine Rolle, wenn wir auf neue, unerwartete oder ungeliebte Situationen bzw. Menschen treffen, wobei auch hier die Ausprägung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Was bedeuten diese Ausprägungen bzw. das DISG-Modell für Unternehmen und wie kann das Thema Typologie sinnvoll eingesetzt werden? Mit diesem Thema werde ich mich im Folgebeitrag beschäftigen.

Quellen:

http://www.disg-modell.de

http://www.kdmarketing.de

http://de.wikipedia.org/wiki/DISG

Holger Richter

Über den Autor 

Seit 2004 geschäftsführender Gesellschafter bei der Insight Dimensions GmbH, verantwortlich für Marketing, Vertrieb, Key Account Management und das Projektgeschäft. Davor drei Jahre freiberuflich tätig im Bereich Marketing- & IT-Services und als Business Analyst. Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieur sowie MBA.

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