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Business Intelligence,Unternehmenssteuerung

Six Sigma „Messen“ Phase: zwischen Datenarten und Flowcharts

von
„Messen“

In meinen letzten Blogs zum Thema Six Sigma habe ich Ihnen den DMAIC Zyklus sowie den Six Sigma Projektauftrag näher gebracht.

Nehmen wir an, Sie haben die erste Phase Ihres Projekts („Definieren“) gerade abgeschlossen und können sich jetzt der zweiten Phase „Messen“ widmen, in der Sie Daten sammeln, messen und auswerten, um der Ursache des Problems näher zu kommen.

Was gehört in der „Messen“ Phase alles dazu?

In dieser Phase sollten Sie:

den Prozess darstellen, um darin Schritte oder Abschnitte zu identifizieren, die Sie später in Ihrem Projekt fokussieren werden (es könnten dabei einige „Quick Wins“ zur späteren Optimierung des Prozesses ersichtlich werden); hilfreich könnte hier ein Flussdiagram (engl. Flowchart) sein, dessen Elemente Folgendes darstellen [1]:
AgLa_Bild1

  • Prozessfähigkeitsuntersuchung durchführen, um zu erkennen, ob die vorgegebenen Ziele sicher erreicht werden [4]
  • einen Datenerhebungsplan erstellen, in dem Sie zusammenfassen, was, wo, wann, wie oft und wie die Daten gesammelt werden, zum Beispiel:

AgLa_Bild2

  • die Messmethode wählen und die Messmittel durch sogenannte MSA (Messsystemanalyse – Measurement System Analysis) überprüfen [2], um die Genauigkeit und Beständigkeit der Messung sicherzustellen [3]
  • sicherstellen, dass akkurate und zuverlässige Daten erfasst werden; nicht umsonst gibt es den Spruch „Wer viel misst, misst viel Mist“, denn nur akkurate Daten zeigen uns, wodurch das Problem tatsächlich verursacht wird und nicht, was als Ursache für das Problem vermutet wird. [3]
  • Die Qualität der Datenerhebung hängt zum großen Teil davon ab, wie genau die Anweisungen beim Datenerhebungsprozess beschrieben wurden. Sie sollten keinen Freiraum zur Interpretation lassen, vor allem, wenn verschiedene Personen die Daten erheben und eintragen. [5]

Datenarten

Die Art der Daten spielt auch eine wichtige Rolle bei der späteren Wahl der Analysetools in der nächsten Six Sigma Projektphase. Man unterscheidet zwischen:

  • stetigen Daten, die auf einer Skala gemessen werden können (z.B. Zeit, Größe, Temperatur)
  • diskreten Daten, die bestimmten Kategorien zugeordnet werden können (z.B. weiblich/männlich) [5]

In meinem nächsten Blog werde ich Ihnen einige der Analysetools näher beschreiben.

Fazit

Wichtig ist es in der Phase des Messens hervorzuheben, dass es sich hier um den Prozess an sich handelt und nicht die einzelnen Personen gemessen bzw beschuldigt werden. Sie wollen ja schließlich den 6 Sigma Level bei Ihrem Prozess erreichen, oder?

Quellen:

[1] Programmablaufplan, letzter Zugriff: 5.10.2015
[2] Six_Sigma, letzter Zugriff: 5.10.2015
[3] Frank Halatsch: Six Sigma im Projektmanagement. WEKA Media GmbH & Co. KG, 2004
[4] Prozessfähigkeitsindex, letzter Zugriff: 5.10.2015
[5] Helge Toutenburg, Philipp Knöfel: Six Sigma: Methoden und Statistik für die Praxis. Springer-Verlag, 2009

Agnieszka Lapinska

Über den Autor 

Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bialystok, Polen. Berufliche Vergangenheit als IT-Support, Business Analyst und Projektleiter in der IT Branche. Seit 2009 bei @ Insight Dimensions GmbH als Senior Business Analyst tätig.

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