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Leben II – Berufsunfähigkeit, das unterschätzte Risiko

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Beruf

„Ich habe einen Bürojob – ich kann doch gar nicht Berufsunfähig werden“. Dies ist einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer in Sachen Berufsunfähigkeit. Dabei denkt man immer an den Polizisten, Bauarbeiter oder auch Profisportler, wie zum Beispiel im aktuellen Fall der jungen österreichischen Stabhochspringerin Kira Grünberg, die sich im Training einen Halswirbelbruch zugezogen hat und nun vermutlich für den Rest ihres Lebens querschnittsgelähmt sein wird.

Bereits jeder vierte Arbeitnehmer steht heutzutage frühzeitig vor dem Karriere-Aus. Und das betrifft nicht nur die sogenannten Risikogruppen sondern auch Büroarbeiter.

Eine Analyse des Finanzberatungs- & Lebensversicherungsunternehmens Swiss Life Deutschland zeigt, dass Burnout, Depressionen & Co. den Löwenanteil der Fälle ausmachen:

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Ungefähr die Hälfte aller Versicher- ten der Swiss Life die berufsunfähig geworden sind, können Ihren Job wegen psychischer Probleme wie vor allem Burn-out und Depress- ionen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Band- scheibenvorfällen nicht mehr ausüben.

Die medizinischen Voraussetzungen für eine staatliche Rente wegen Er- werbsminderung sind erfüllt, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinder- ung weniger als drei Stunden täglich arbeiten können, und zwar nicht nur in Ihrem, sondern in allen Berufen. Wer 3 – 6 Stunden täglich arbeiten kann hat Anspruch auf die Hälfte der Erwerbsminderungsrente. Wer mehr als 6 Stunden pro Tag arbeiten kann hat keinen Anspruch (Ausnahme: vor dem 01.01.1961 Geborene haben Anspruch auf anteilige Erwerbsminderungsrente).

Ab dem 01.01.1961 Geborene haben nur noch einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente von maximal einem Drittel des bisherigen Brutto-Gehaltes und die Erwerbsminderungsrente ist Steuer- und Sozialversicherungspflichtig. Dazu kommt, dass man verpflichtet ist Job-Alternativen und Teilzeitstellen anzunehmen, egal welcher Art – das heißt: ohne Rücksicht auf Ausbildung, sozialen Status oder den bisher ausgeübten Beruf.

Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hat nur, wer mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Durch diese Regelung gehen beispielweise Berufsanfänger leer aus.

Umso wichtiger ist es, so früh wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Ähnlich wie bei der Altersvorsorge gilt die Regel „je jünger, desto niedriger die Beiträge“. Denn wer jung ist, hat in der Regel keine Vorerkrankungen, die eine Aufnahme in die Versicherung erschweren oder die Beiträge in die Höhe treiben.

Inzwischen gibt es sogar spezielle Tarife für Jugendliche und Studenten, die, da sie noch nicht in die Rentenversicherung einzahlen, keinerlei Ansprüche haben.

Eine weitere Berufsgruppe die man gerne vergisst sind die Hausfrauen und –männer. Sie stehen zwar in keinem Angestelltenver- hältnis – fallen sie aus, kann das aber zu gravierenden finanziellen Belastungen kommen, z. B. durch eine benötigte Haushaltshilfe.

Fazit: Es tut not, über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken. Angebote gibt es bei allen gängigen Versicherungsge- sellschaften. Sie umfassen reine Risiko-Tarife aber auch Tarife, bei denen ein Teil des Beitrages in einem Fonds angelegt wird, so dass bei Ablauf der Versicherung ein Guthaben ausgezahlt wird und man im besten Fall bei Nichtinanspruchnahme des Vertrages Null auf Null rauskommt. Auch hier gilt: je früher man abschließt, desto größer ist die Chance dass man alle eingezahlten Beiträge wieder zurückbekommt.

Quellen:

Optimal Versichert Infobrief März 2015

www.deutsche-rentenversicherung.de

www.swisslife.de

Claudia Weller

Über den Autor 

Sparkassen-Betriebswirtin. Von 02/2001 – 09/2014 geschäftsführende Gesellschafterin der Insight Dimensions GmbH. Seit 10/2014 Prokuristin und Leiterin Controlling, Finanzen und Personalverwaltung

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„Ich habe einen Bürojob – ich kann doch gar nicht Berufsunfähig werden“. Dies ist einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer in Sachen Berufsunfähigkeit. Dabei denkt man immer an den Polizisten, Bauarbeiter oder auch Profisportler, wie zum Beispiel im aktuellen Fall der jungen österreichischen Stabhochspringerin Kira Grünberg, die sich im Training einen Halswirbelbruch zugezogen hat und

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