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Homeoffice – Fluch oder Segen?

von
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Neben dem zunehmend mobilen Arbeiten von unterwegs per Smartphone, Tablet oder Laptop, ist in der modernen Arbeitswelt Büroarbeit von zu Hause nicht mehr wegzudenken. Gegenüber dem Europäischen Trend ist sie in Deutschland aber längst nicht so verbreitet wie in vielen anderen EU-Ländern. Insbesondere in den Skandinavischen Ländern ist mit einem Anteil von über 30% der Erwerbstätigen arbeiten von zu Hause aus verbreitet. Dagegen beläuft sich der Anteil in Deutschland auf rd. 5% und hat sind den vergangenen fünf Jahren sogar verringert. 

Nichts desto trotz sind flexible Arbeitsformen auf dem Vormarsch und haben auch schon die Gewerkschaften auf den Plan gerufen, die klare Regeln für die Trennung von Arbeit und Freizeit fordern. 

Leni Breymaier, Landesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert: „ Wir brauchen klare Regeln, die es Beschäftigten erlauben, zum Beispiel abends, am Wochenende oder im Urlaub nicht erreichbar zu sein, sowie eine breite gesellschaftliche Debatte, damit dieses Recht auch akzeptiert wird.“ Oft wird die Verfügbarkeit außerhalb der eigentlichen Büro- und Arbeitszeiten „on top“ geleistet und nicht an anderer Stelle durch Freizeit ausgeglichen. Diese fehlende Trennung zwischen Beruf und Privatleben ist neben der gestiegenen Arbeitsverdichtung der Hauptfaktor für die dramatische Zunahme psychischer Erkrankungen. 

Andererseits ermöglicht Heimarbeit Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Der baden-württembergische Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid, SPD, fordert: „Wir müssen weg von der Präsenzkultur und hin zu einen modernen Arbeitswelt mit einer echten Vielfalt von Berufs- und Karrieremodellen.“ 

Die größten Vorteile der Heimarbeit sind sicherlich die kurzen Wege und die Zeitersparnis. Durch freiere Zeiteinteilung wird die familiäre Organisation erleichtert und kann so über eine Motivationssteigerung die Produktivität und Kreativität erhöhen.  

Andererseits ist ein Unternehmen ein soziales Gebilde welches Ideen, Projekte und Dienstleistungen erschafft. Gespräche, Konferenzen und eng verknüpfte Arbeitsabläufe sind die Seele einer Firma. Nur durch soziale Interaktion können Konflikte, Fragen und Zwischenmenschliches geklärt werden. Würde ein Unternehmen in der Mehrzahl nur aus solchen abgekapselten Einzelkämpfern bestehen, würde sich keine gemeinsame Identität entwickeln, Synergieeffekte blieben aus. 

Wie so oft, wird der Schlüssel in einer ausgewogenen Kombination von Präsenz- und Heimarbeit liegen. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit anbieten zeitweise von zu Hause zu arbeiten, werden in Zukunft die Nase vorne haben, insbesondere um jungen, gut ausgebildeten Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, nach einer Babypause schnell wieder in den Beruf zurückzukehren. Andererseits ist es aber auch wichtig, daß die Mitarbeiter durch Präsenzzeiten in die „Unternehmens-Familie“ integriert werden. Ideal sind individuelle Absprachen, die die jeweilige private Situation der Mitarbeiter berücksichtigen. Voraussetzung ist eine klare Organisationsstruktur des Mitarbeiters sowie ein abgetrennter Arbeitsplatz zu Hause. 

Quelle: „Wirtschaft & Debatte“ der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten Ausgabe 2 vom März 2015

Claudia Weller

Über den Autor 

Sparkassen-Betriebswirtin. Von 02/2001 – 09/2014 geschäftsführende Gesellschafterin der Insight Dimensions GmbH. Seit 10/2014 Prokuristin und Leiterin Controlling, Finanzen und Personalverwaltung

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