htt

Business Intelligence

Free BI – von der Liste zum BI-System …. und das Ganze für (fast) kein Geld

von
Free BI

Einführung

Business Intelligence steht für die Auswertung von Informationen durch IT mit dem Ziel neues Wissen zu generieren[1]. Das Vorgehensmodell zur Generierung von Wissen aus Daten hat Natalie Ebert in ihrem Blogbeitrag dargestellt[2]. Dieser Artikel ist der erste einer Serie von Blogbeiträgen, der sich mit dem Thema Informationsgewinnung aus Daten beschäftigt. Dabei möchte ich die Serie  „Free BI – von der Liste zum BI-System .. und das Ganze für (fast) kein Geld“ unter zwei Aspekte stellen, die das Rahmenkonzept bilden sollen:

  • Unterschiedliche Anforderungen an ein BI-System Je nach Unternehmensgröße und Entwicklungsstatus sind auch die Anforderungen an ein BI-System unterschiedlich. In dieser Reihe begleiten wir ein kleines Startup auf seinem Weg und zeigen an diesem Beispiel mit welchen Problem es zu kämpfen hat.
  • Kosten, Kosten, Kosten Als kleines Startup möchte unsere Beispielfirma nicht schon an der ersten Hürde scheitern und mit hohen Lizenzkosten konfrontiert werden. Aus diesem Grund werden wir versuchen mit kostenlosen und frei verfügbaren Werkzeugen zu arbeiten[3]. (free software like free speech AND free beer). Den schwäbischen Spruch „Was nix koscht, taugt nix“ lassen wir mal beiseite 🙂

Teil 1 – Tabellenkalkulation

Gehen wir mal davon aus, dass Willi vor 5 Jahren (so gegen 2010) ein kleines Unternehmen mitten in Stuttgart gegründet haben, das sich zum Ziel gesetzt hat, an andere Unternehmen Drucker zu  verkaufen, die dazu notwendigen Verbrauchsmaterialen zu liefern und die Hardware auch zu warten, wenn es gewünscht wird. Unser kleines Unternehmen ist zuerst eine One-Man-Show und heisst „WillisDruckerBude“. Nehmen wir weiter an, dass Wolfi schon ein paar Kontakte hat und gleich am Anfang ein paar Produkte verkaufen kann. Um Rechnungen und Lieferscheine zu schreiben hat Wolfi sich für das kostenlose Office Paket „LibreOffice“ entschieden. Das Paket ist frei verfügbar und kann auf allen gängigen PC und Laptops installiert werden[4]. Wolfi hält in der Tabellenkalkulation die Verkäufe fest. Er möchte wissen

  • welcher Kunde macht welchen Umsatz?
  • Welches Produkt verkauft sich wie gut?

.. und pflegt dabei folgende Liste: Blog_teil1_Bild1_liste

Erweiterung nach Zeit

Nach ein paar Monaten hat sich die Verkaufsliste ordentlich gefüllt und Wolfi möchte ein erste Auswertung machen. Als erfahrener IT-Fachmann weiss er, dass LibreOffice gute Kalkulations- und Darstellungseigenschaften hat. Auf Grundlage der Verkaufsliste erstellt Wolfi eine PivotTabelle, mit der er Summen bzw. Zwischensummen aus dem Feld „Betrag“ anhand der anderen Kriterein bilden kann. Da er aber auch die Verkaufszahlen in der Zeit analysieren möchte und das Datum ihm zu konkret ist, erweitert er die Verkaufsliste um neue Felder und füllt sie aus. Dabei werden „Monat“ und „Jahr“ nicht von Hand eingetragen, sondern werden durch das „Datum“ vorgegeben, bzw. durch die Formeln „=MONAT(„Datum“)“ und „=JAHR(„Datum“)“ berechnet. Blog_teil1_Bild1_pivot Bemerkung: ab jetzt werden nur noch Ausschnitte der Verkaufstabelle und der Pivottabelle gezeigt, da die Bilder zu groß wären. (Das hat jetzt aber noch nichts mit „BigData“ zu tun 🙂 )

Noch mehr Informationen – die Liste wird größer

Da die Kunden mit WolfisDruckerBude sehr zufrieden sind fragen Sie neben Druckern und dazugehörenden Produkte auch andere Hardware, wie Laptops, Desktoprechner und Netzwerkinfrastruktur an. Wolfi kommt diesem Wunsch gerne nach und erweitert seine Angebotspalette. Um bei der Auswertung die Produkte besser voneinander abzugrenzen, fügt Wolfi weitere Spalten in die Verkaufsliste ein. Zu jedem Produkt werden nun die Produktlinie und die Produktkategorie eingetragen Nach weiteren Werbemaßnahmen in der Region Stuttgart kann Wolfi neue Kunden an Land ziehen, die in den Landkreisen außerhalb Stuttgarts ihren Sitz haben. Deshalb erweitert Wolfi die Verkaufsliste um weitere Kundeninformationen (Adresse, Stadt und Landkreis des Kunden). Mit der Zeit wird Wolfis IT-Bude so erfolgreich, dass er es allein nicht mehr schafft, allen Kundenwünschen gerecht zu werden. In der Konsequenz stellt Wolfi zwei Mitarbeiter ein, die ihn unterstützen sollen. Auch diesen Aspekt möchte Wolfi auswerten und erweitert die Verkaufsliste um Mitarbeiterinformationen. Damit kann er auswerten, welcher Mitarbeiter welche Verkäufe an welchen Kunden getätigt hat. Die Verkaufsliste ist in den letzten Jahren stark angewachsen. Zum einen in die Höhe, d.h. die Anzahl der Verkäufe hat zugenommen, zum anderen in die Breite, d.h. die Anzahl der Spalten ist stetig gewachsen. Blog_teil1_Bild5_Liste

Dimensionen und Fakten

Wolfis Laden ist nach zwei Jahren ein gut laufendes Startup mit einer Vielzahl an Kunden und Produkten. Er macht damit auch schon ganz viel Umsatz (und auch ein wenig Gewinn 🙂 und kann aufgrund seiner Verkaufsliste  ansehnliche Auswertungen fahren. Mit der PivotTabelle ist er in der Lage nach den Aspekten Zeit, Produkt, Kunden und Mitarbeiter die Beträge zu filtern und die Ergebnisse gegenüberzustellen. Die Daten in der Verkaufsliste unterscheiden sich in Ihrer Bedeutung. Die Spalte „Betrag“ enthält einen Messwert, der durch die übrigen Spalten näher beschrieben wird. Durch die oben beschriebenen Erweiterungen kann Wolfi nun feststellen:

Wer hat wann was an wen zu welchem Betrag verkauft?

Die Spalten, die die W-Fragen beantworten können, werden Dimensionen genannt[5]. Im Gegensatz zu dem Messwert (auch Fakt genannt) ändert sich ein Dimensionseintrag nicht oft. In unserem Beispiel ist der „Betrag“ ein Fakt, der durch die Dimensionen Zeit, Produkt, Kunden und Mitarbeiter beschrieben wird. Es handelt sich also um ein vier-dimensionales Datenmodell.

Das Einzige, das Wolfi ärgert, ist Notwendigkeit die ganze Verkaufsliste zu bearbeiten und alle Werte nachzutragen, wenn ein neues Feld oder ein neuer Verkauf hinzugefügt wird. Wie Wolfi dieses Problem lösen kann, wird im zweiten Teil besprochen.

Quellen

[1] Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Business Intelligence, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/75968/business-intelligence-v10.html. Abgerufen am 01.04.2015.

[2] Ebert, Natalie, BI-Ordnungsrahmen zur unternehmensindividuellen Ausgestatltung eines Business Intelligence Konzeptes. Internet: http://www.unternehmenssteuerung20.de/bi-ordnungsrahmen-zur-unternehmensindividuellen-ausgestaltung-eines-business-intelligence-konzeptes. Abgerufen am 01.04.2015.

[3] „freie Software“ oder engl. „free Software“ wird in diesem Artikel mit dem Schlagwort „free software like free speech AND free beer“ umschrieben. Für die doppelte Bedeutung von „free“ s. http://en.wikipedia.org/wiki/Gratis_versus_libre

[4] https://de.libreoffice.org. Abgerufen am 01.04.2015.

[5] Vgl. Kimball, R.; Ross, M. (2013): The Data Warehouse Toolkit. Indianapolis.

Frank Scholz

Über den Autor 

IT-Generalist mit Erfahrungen in den Bereichen IT-Service, Softwareentwicklung und Business Intelligence.
Seit Januar 2015 Business Analyst bei der Insight Dimensions GmbH

Free BI – von der Liste zum BI-System …. und das Ganze für (fast) kein Geld Reviewed by on .

Einführung Business Intelligence steht für die Auswertung von Informationen durch IT mit dem Ziel neues Wissen zu generieren[1]. Das Vorgehensmodell zur Generierung von Wissen aus Daten hat Natalie Ebert in ihrem Blogbeitrag dargestellt[2]. Dieser Artikel ist der erste einer Serie von Blogbeiträgen, der sich mit dem Thema Informationsgewinnung aus Daten beschäftigt. Dabei möchte ich die

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked ( required )