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Business Intelligence,Unternehmenssteuerung

Agile Business Intelligence Methoden als Einführung in einem BI-Projekt

von
Planung

Agile Business Intelligence Methoden entwickeln sich immer mehr zum Trend als Umsetzung in BI-Projekten. Oft wird dadurch ein rasanter Unternehmensnutzen erzielt und ein flexibles Vorgehen gewährleistet. Um die Begrifflichkeit einordnen zu können und die Thematik, die sich dahinter verbirgt, zu verstehen, werde ich in diesem Artikel „Agile-BI“ definieren und die Werte erläutern. Im Anschluss werden anhand einer Ausgangssituation eines aktuellen Kundenprojektes wesentliche Grundprinzipien und Ziele der Agilen Business Intelligence in Einklang gebracht.

Agile BI und BI-Agilität

Innerhalb einer Organisation wird BI-Agilität als eine Eigenschaft der Business Intelligence beschrieben. Vorhersehbare und unvorhersehbare Anforderungen werden in Bezug auf Funktionalität oder den Inhalt einer BI-Lösung, in einem vorgegebenen Zeitrahmen und angemessener Qualität abgebildet. Alle Maßnahmen eines Unternehmens, die durchgeführt werden, um BI-Agilität umzusetzen, werden unter dem Begriff „Agile Business Intelligence“ zusammengefasst. [1]

Seit 2001 besteht das Agile Manifest, welches zusammengetragene Werte beinhaltet. Diese können ganzheitlich auf BI übertragen werden und dienen als Basis für die Umsetzung erfolgreicher agiler Lösungsstrategien. Im Folgenden werden diese benannt und den klassischen Werten gegenübergestellt:

agile-vs-klassische-werte

Das heißt, obwohl die klassischen Werte wichtig sind, werden die agilen Werte höher eingeschätzt. [2] Ausgehend von diesen vier Werten entwickelten sich Prinzipien zum erfolgreichen Vorgehen eines agilen BI-Projektes. Im nächsten Abschnitt sollen die ersten Ansätze der Agilen BI anhand der aktuellen Ausgangssituation dargelegt werden.

Ausgangssituation

IST–SOLL–Gegenüberstellung innerhalb eines Kundenprojekts mithilfe von agilen Methoden

Im Beispiel des aktuellen Kundenprojektes, werden Berichte unterschiedlichen Formats (Excel-Formatierungen), monatlich oder wöchentlich dem Kunden bereitgestellt. Aufgrund der Datenmengen, komplexer Datenarchitektur und heterogenen Datenquellen wird es zunehmend schwerer die Berichte aufzubereiten und zu publizieren. Die Erstellung ist meist sehr zeitintensiv und durch viel manuelles Arbeiten auf MS-Excel Basis kann es hin und wieder zu erheblichen Qualitätseinschränkungen kommen.

Die Reporting Strategy

Da sich das Projekt-Umfeld und die Anzahl der Daten im stetigen Wachstum befindet, kann man auf lange Sicht den Wünschen des Kunden (z.B. die Einreichung der Berichte zu fixen Zeitpunkten) nicht mehr gerecht werden.  Aus dieser Problematik heraus entwickelte sich eine betriebsinterne „Reporting Strategy“, dessen Leitgedanke sehr an den agilen-BI Lösungsmethodiken angelehnt ist. Grundideen sind u.a. die Implementierung von nur einer Datenquelle, basierend auf einem Datenbank-Server für alle verwendeten Berichte (single point of truth).

Aufwändiges Skripten, wie auch das Berechnen von Formeln, werden direkt in der Datenbank kalkuliert und müssen nicht mehr manuell in MS-Excel aufgenommen werden. Dahinter stecken Ziele wie Zeit- und Kosteneinsparung als auch die Optimierungen innerhalb der Berichte-Qualität.

Zu Beginn des Entwicklungszykluses werden Prototypen entwickelt, sodass der Kunde schneller ein Ergebnis einsehen und einen Nutzen davon erzielen kann. Die Entwicklung des Prototyps entsteht ohne aufwändiges dokumentieren oder festhalten einer bestimmten Methodik.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass innerhalb der aktuellen „Reporting Strategy“ einige Ansätze der agilen Methoden vorhanden sind. Diese sind direkt an die Prinzipien angelehnt oder befinden sich noch in der Umsetzungsphase, was die Maßnahmen der Agilen BI angeht. (für nähere Informationen vgl [3] S. 7 ff)

Eine der Grundprinzipien ist aus der „Reporting Strategy“ abgeleitet:

„Das übergeordnete Ziel, frühzeitig Unternehmensnutzen zu stiften.“

Dieses Prinzip steht als höchste Priorität in dem Kundenprojekt und wurde weitestgehend umgesetzt.

„Agile BI erfordert Struktur, Disziplin und Verständnis

Die agilen Werte und Prinzipien werden als eine Haltung erläutert, die von den Mitarbeitern des Projektteams verinnerlicht werden müssen um sicherzustellen, dass das agile Vorgehen im Projekt reibungslos verläuft. Dabei ist es wichtig, alle Beteiligten zu trainieren und stets auf dem aktuellen Stand des Projektes zu halten.

„Je nach benötigtem Grad an BI-Agilität, können verschiedene Vorgehensmodelle, Methoden und

Werkzeuge eingesetzt und kombiniert werden“

In der vorliegenden Ausgangssituation werden das Wasserfall Modell und Prototyping als renommierte Vorgehnsmodelle kombiniert. Diese werden innerhalb der Phasen im iterativen Entwicklungszyklus laut der agilen Methoden ausgeführt. Ziel ist es, die Dynamik dieses Vorgehens auszunutzen und einen ständigen Verbesserungsprozess zu verfolgen.

Ein Projektteam besteht sowohl aus Umsetzern als auch Anforderern, die das Projekt

gemeinsam durchführen.“

Hinter diesem Prinzip steckt die Art und Weise der Kommunikation zwischen den Beteiligten. Diese sollte sehr eng gehalten werden. Unterstützend könnten regelmäßige Telefonkonferenzen sein, um somit evtl. direkt „on the fly“ Änderungen vorzunehmen  Diese werden mündlich vereinbart, jedoch dann in verschiedenen Dokumenten protokolliert.

Mehrwert

Durch den an die agilen Methoden angelehnten Leitgedanke der „Reporting Strategy“, erhofft man sich Benefits wie:

  • Eine einfache Skalierbarkeit der Daten
  • Automatisierte Datenqualitätsprüfungen und Datenintegration – bspw. in Form von ETL-Prozessen und einem Core DWH
  • Self-Service-BI (eigene Berichtanpassungen)
  • Höhere Benutzerakzeptanz, durch regelmäßiges Feedback und Testen der Tools
  • Kein Scripting mehr erforderlich, da die Berechnungen bereits im Vorfeld stattfinden
  • Kürzere Entwicklungszyklen
  • Niedrigere Gesamtbetriebskosten
  • Einfache und intuitive Entwicklung durch Schnittstellen

Zur möglichst umfassenden Erreichung der Benefits könnte man diese in einem agilen Rahmen einsetzen und das Konzept der Zielerreichung verfeinern.

Fazit

Der Kern hinter den agilen Strategien ermöglicht schnellere Lösungen von möglichen Problemstellungen innerhalb von BI-Projekten. Die Werte und daraus resultierenden Prinzipien und Maßnahmen sind im Agilen Manifest verständlich dargestellt. Da in BI-Projekten mit großen Datenmengen an verschiedenen Schnittstellen gearbeitet wird und man des Öfteren nicht immer genügend Transparenz besitzt, woher die Daten kommen, könnten dabei agile Methoden zur Optimierung hilfreich sein. Für einige Bereiche des Projektgeschäftes im BI-Umfeld können diese einfach angewendet werden und bestätigen durch ihr dynamisches Modell in der Umsetzung, dass sie flexibel zu handhaben und den modernen Technologien angepasst sind.

Quellen:

[1] Trahasch, S., Zimmer M., Robert K. [2016] Agile Business Intelligence in Theorie und Praxis, d.punktVerlag , S. 3

[2] Agiles Manifest 2001 http://agilemanifesto.org/iso/de/manifesto.html

[3] TDWI: Memorandum für Agile Business Intelligence: http://www.tdwi.eu/wissen/agile-bi/memorandum/ letzter Zugriff 08.02.2015

Stefanie Greif

Über den Autor 

Nach dem Abschluss des staatlich geprüften Informatikers an der Akademie für Datenverarbeitung in Böblingen, vorerst als Junior IT Consultant für Business Intelligence und Performance Management tätig. Seit Juni 2015 als Business Analyst bei der Insight Dimensions GmbH angestellt.

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Agile Business Intelligence Methoden entwickeln sich immer mehr zum Trend als Umsetzung in BI-Projekten. Oft wird dadurch ein rasanter Unternehmensnutzen erzielt und ein flexibles Vorgehen gewährleistet. Um die Begrifflichkeit einordnen zu können und die Thematik, die sich dahinter verbirgt, zu verstehen, werde ich in diesem Artikel „Agile-BI“ definieren und die Werte erläutern. Im Anschluss werden

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